Frankfurter Rundschau goes iPad


Die Frankfurter Rundschau setzt mit dem Medium neue Maßstäbe in der Verlagsbranche. Dafür erhielt sie zu recht auf dem European Newspaper Congress in Wien 2011 den Special Preis für die beste Zeitungs-App.


Am 17.10.2011 konnte Christina Stuiber-Petersen, Vorstandssprecherin des CommClub Nürnberg, den Chefredakteur der Frankfurter Rundschau Rouven Schellenberger begrüßen. Knapp 40 Kommunikationsexperten aus Verlagen und Werbeagenturen kamen ins Literaturhaus Nürnberg, um der erfolgreichen digitalen Umsetzung seiner Zeitung in iPad-Version zu lauschen. Präsentiert wurde direkt vom Medium iPad auf die Leinwand. So war es dem Zuschauer möglich, die Funktion und Anwendung des neuen Mediums in Echtzeit zu erleben.


Die Entwicklung der elektronischen Zeitung war natürlich Chefsache. Und mit seinem Team aus Redakteuren, Grafikern, Bildgestaltern, Systemexperten scheint er bei der täglich erscheinenden iPad Version auf dem richtigen Weg zu sein. Navigiert wird in horizontaler und vertikaler Bewegung durch die Tagesinformationen, die durch mediengerechte Bildanwendung brillierten. Dabei läuft die App auf iPad komfortabel, angelehnt an die vom iPhone millionenfach gelernten, intuitiven Bedienfunktionen.


Anders als bei der Printausgabe, lassen sich bei der iPad Version mehrere Bilder veröffentlichen und so das Thema informativer servieren. Besondere Qualitäts-anforderungen setzt man bei Bildauswahl und Bildausschnitten. Interviews oder wichtige Ereignisse können im „Filmformat“ eingebunden werden. Das faszinierende Medium iPad ist für die Verlage nicht ganz billig. Für die Zeitungs-Apps kassiert Apple 30% der Einnahmen. Die marktbeherrschende Stellung von Aplle fordert den Mitbewerb wie z.B. Google, Microsoft heraus, welche die Entwicklung einer eigenen Software (Android) für Tablet-PC und Smartphones vorantreiben. Die Frankfurter Rundschau und alle deutschen Zeitungverlage beobachten deshalb gespannt den Markt und müssen ein Antworten auf die Marktentwicklung finden.


Die Anzeigen aus der Printwelt funktionieren im neuen Medium nicht mehr. Die iPad-Version fordert von Kreativen und Agenturen eine medienadäquate Umsetzung. Flashanimationen mit wenig Datenvolumen sind gefragt, denn eine Ausgabe der elektronischen Zeitung darf nicht an einer langen Übertragungszeit scheitern. Den kreativen Ideen sind hier keine Grenzen gesetzt. Auch für das mögliche Werbeformat der Zukunft hatte R. Schellenberger ein Beispiel: AVIS, zu sehen in der Ausgabe vom 20.9.2010. Richtungsweisend war auch eine Reisepromotion des Staates Californien. Rentabilität und Wirtschaftlichkeit waren ebenso ein Thema wie die personelle Struktur des Teams, angepasst an die Anforderungen des neuen Mediums.


Alle Gäste, die den spannenden Ausführungen und der Diskussion folgten, nahmen neue Erkenntnisse und den Einblick in die Herstellung einer digitalen Zeitung mit nach Hause. Die redaktionelle und visuelle Umsetzung der elektronischen Zeitung bleibt eine echte Herausforderung.


2.11.2011 Günter Petersen

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